Sept. 20

July Talk
Wer ist das? Zur Abwechslung mal eine Gruppe Kanadier. Also mal keine undergroundigen Briten oder sonnengebräunten Amis. Peter Dreimanis und Leah Fay bilden die Front. Dabei brüllt er wie ein gestochenes Biest, sie zwitschert wie ein zartes Vögelchen am schönsten Frühlingstag. Gemeinsam mit drei weiteren Musikern bilden alle zusammen die Formation July Talk.
Was wollen die? Zuallererst Lärm machen – das aber auf hohem Niveau. Eigentlich wollen die auch die Tanzflächen mit einer sich schwindelig tobenden Indiemeute füllen. Außerdem machen July Talk mit ihrem Debütalbum deutlich, dass sie nicht vorhaben, wieder in der Versenkung zu verschwinden. Dafür trauen die sich einfach zu viel. Dafür ist auch das Experiment des zweistimmigen Gesangs, der einem vielleicht nicht sofort zusagt, zu gewagt.

Können die was? Auf jeden Fall. Schon als Ende Mai die EP Paper Girl erschienen ist, lag jede Menge Staub in der Luft, den July Talk aufgewirbelt hatten. Doch es sind nicht nur die beiden gegensätzlichen Typen, die hinter dem Mikro stehen und ihre Geschichten erzählen. Die brodelnde Mischung aus rasantem American-Folk und euphorisch lärmendem Indie-Rock fesseln vom ersten Song an. Der Schlagzeuger schindet sein Instrument, die Gitarren machen Rambazamba wie lange nichts.
Komm auf den Punkt! Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage: Über den Sommer verteilt gehen die Veröffentlichungen neuer Alben meist deutlich zurück. Im August/September ändert sich das und die Liste der wöchentlichen Neuerscheinungen steigt wieder an. Vor allem in diesem Sommer war das zu spüren. Mit July Talk scheinen jetzt so etwas wie der Startschuss für das letzte Quartal gefallen zu sein. Garagenrock und Blues mit Indieeinschlägen – vorgetragen von der Schönen und dem Biest.
July Talk July TalkVÖ: 19. September 2014

July Talk

Wer ist das? Zur Abwechslung mal eine Gruppe Kanadier. Also mal keine undergroundigen Briten oder sonnengebräunten Amis. Peter Dreimanis und Leah Fay bilden die Front. Dabei brüllt er wie ein gestochenes Biest, sie zwitschert wie ein zartes Vögelchen am schönsten Frühlingstag. Gemeinsam mit drei weiteren Musikern bilden alle zusammen die Formation July Talk.

Was wollen die? Zuallererst Lärm machen – das aber auf hohem Niveau. Eigentlich wollen die auch die Tanzflächen mit einer sich schwindelig tobenden Indiemeute füllen. Außerdem machen July Talk mit ihrem Debütalbum deutlich, dass sie nicht vorhaben, wieder in der Versenkung zu verschwinden. Dafür trauen die sich einfach zu viel. Dafür ist auch das Experiment des zweistimmigen Gesangs, der einem vielleicht nicht sofort zusagt, zu gewagt.

Können die was? Auf jeden Fall. Schon als Ende Mai die EP Paper Girl erschienen ist, lag jede Menge Staub in der Luft, den July Talk aufgewirbelt hatten. Doch es sind nicht nur die beiden gegensätzlichen Typen, die hinter dem Mikro stehen und ihre Geschichten erzählen. Die brodelnde Mischung aus rasantem American-Folk und euphorisch lärmendem Indie-Rock fesseln vom ersten Song an. Der Schlagzeuger schindet sein Instrument, die Gitarren machen Rambazamba wie lange nichts.

Komm auf den Punkt! Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage: Über den Sommer verteilt gehen die Veröffentlichungen neuer Alben meist deutlich zurück. Im August/September ändert sich das und die Liste der wöchentlichen Neuerscheinungen steigt wieder an. Vor allem in diesem Sommer war das zu spüren. Mit July Talk scheinen jetzt so etwas wie der Startschuss für das letzte Quartal gefallen zu sein. Garagenrock und Blues mit Indieeinschlägen – vorgetragen von der Schönen und dem Biest.

July Talk 
July Talk
VÖ: 19. September 2014

Sept. 16

Foto: Delia Baum
Der wird noch ganz ganz groß
Ich weiß überhaupt nicht, was ich hierzu schreiben soll. Vielleicht fange ich damit an: Warum soll sich das ändern heißt die EP, auf die ich an dieser Stelle kurz hinweisen will. Gesungen werden die vier sich darauf befindenden Songs vom Künstler LOT. Dass ich nicht weiß, was ich hierzu schreiben könnte, liegt schlichtweg daran, dass ich durch und durch begeistert bin von diesem Typen, dessen Stimme klingt als hätten sich die von Jan Plewka und Rio Reiser vermählt.

Du führst Krieg war die erste Single, mit der ich vor ein paar Monaten angefixt wurde. Es gibt ja kaum noch richtig gute deutsche Musik, die nicht irgendwie aus dem HipHop-Bereich kommt und (so ist es zumindest meist) plötzlich auch irgendwie Popmusik sein will. LOT macht keinen Hochglanzpop. LOT ist wütend. Mal auf die Frau, die ihn verlassen hat, mal auf eine ganze Generation und mal auf die Zeit, die vergeht und schöne Momente viel zu schnell Vergangenheit sein lässt.
Ich glaube, LOT wird ganz groß. Vielleicht nicht sofort mit dem ersten Album, das hoffentlich sehr bald erscheinen wird. Es ist gut möglich, dass es noch ein zweites Album braucht, bis LOT klarmacht, dass diese Musik seine Musik ist. Selten tanzbar, dafür vielleicht manchmal zu streng militärisch. Aber irgendwie stellt die Musik von LOT eine interessante Variante des Urban Pop dar, eine, die neben ihrer großen Komposition auch mit klugen Texten zu überzeugen weiß.

LOT erzählt – und das wird mir zum ersten Mal beim Hören von Musik dieser Art auf – nicht einfach nur kleine Versatzstücke seines Lebens, sondern vermittelt Großstadtmomente in einer durch und durch schönen Sprache. „Ich steh hinten in der Schlange, denk mir, das dauert aber lange und frag mich immer immer wieder, was spieln die hier für dämliche Lieder“ heißt es in Packe meinen Kram. Die Wahrheit kann so einfach formuliert sein und deshalb: Ich hätte gern ganz ganz schnell das Debütalbum von LOT in meinem Regal.

LOTWarum soll sich das ändern EPVÖ: 12. September 2014

In eigener Sache: LOT, kommt eigentlich aus Berlin, lebt aber derzeit in Leipzig, wo er auch studiert hat. Sogar in seinen Liedern singt er über diese wunderschöne Stadt. Außerdem sind Teile des Videos in Warum soll sich das ändern in meiner alten Hood gedreht worden. Ja, richtig. Auch ich habe in Leipzig studiert und gearbeitet, bin dort über Mauern und auf Häuserdächer gesprungen. Es besteht also die Möglichkeit, dass ich ausgerechnet jetzt jeden Grad an Objektivität aufgegeben habe.
Außerdem hat LOT Larys Jung & Schön gecovert – und zwar so gut, dass ich es euch nicht vorenthalten will:

Foto: Delia Baum

Der wird noch ganz ganz groß

Ich weiß überhaupt nicht, was ich hierzu schreiben soll. Vielleicht fange ich damit an: Warum soll sich das ändern heißt die EP, auf die ich an dieser Stelle kurz hinweisen will. Gesungen werden die vier sich darauf befindenden Songs vom Künstler LOT. Dass ich nicht weiß, was ich hierzu schreiben könnte, liegt schlichtweg daran, dass ich durch und durch begeistert bin von diesem Typen, dessen Stimme klingt als hätten sich die von Jan Plewka und Rio Reiser vermählt.

Du führst Krieg war die erste Single, mit der ich vor ein paar Monaten angefixt wurde. Es gibt ja kaum noch richtig gute deutsche Musik, die nicht irgendwie aus dem HipHop-Bereich kommt und (so ist es zumindest meist) plötzlich auch irgendwie Popmusik sein will. LOT macht keinen Hochglanzpop. LOT ist wütend. Mal auf die Frau, die ihn verlassen hat, mal auf eine ganze Generation und mal auf die Zeit, die vergeht und schöne Momente viel zu schnell Vergangenheit sein lässt.

Ich glaube, LOT wird ganz groß. Vielleicht nicht sofort mit dem ersten Album, das hoffentlich sehr bald erscheinen wird. Es ist gut möglich, dass es noch ein zweites Album braucht, bis LOT klarmacht, dass diese Musik seine Musik ist. Selten tanzbar, dafür vielleicht manchmal zu streng militärisch. Aber irgendwie stellt die Musik von LOT eine interessante Variante des Urban Pop dar, eine, die neben ihrer großen Komposition auch mit klugen Texten zu überzeugen weiß.

LOT erzählt – und das wird mir zum ersten Mal beim Hören von Musik dieser Art auf – nicht einfach nur kleine Versatzstücke seines Lebens, sondern vermittelt Großstadtmomente in einer durch und durch schönen Sprache. „Ich steh hinten in der Schlange, denk mir, das dauert aber lange und frag mich immer immer wieder, was spieln die hier für dämliche Lieder“ heißt es in Packe meinen Kram. Die Wahrheit kann so einfach formuliert sein und deshalb: Ich hätte gern ganz ganz schnell das Debütalbum von LOT in meinem Regal.

LOT
Warum soll sich das ändern EP
VÖ: 12. September 2014

In eigener Sache: LOT, kommt eigentlich aus Berlin, lebt aber derzeit in Leipzig, wo er auch studiert hat. Sogar in seinen Liedern singt er über diese wunderschöne Stadt. Außerdem sind Teile des Videos in Warum soll sich das ändern in meiner alten Hood gedreht worden. Ja, richtig. Auch ich habe in Leipzig studiert und gearbeitet, bin dort über Mauern und auf Häuserdächer gesprungen. Es besteht also die Möglichkeit, dass ich ausgerechnet jetzt jeden Grad an Objektivität aufgegeben habe.

Außerdem hat LOT Larys Jung & Schön gecovert – und zwar so gut, dass ich es euch nicht vorenthalten will:

Sept. 15

[video]

Sept. 13

Ausgezeichnet
War ja alles so was von klar: Schon als Teenager wagt sie sich auf Musicalbühnen. Zeitgleich bekommt sie ein Stipendium für die Folkwang Musikhochschule. Alles das reichte ihr nicht. Neben dem Gymnasium blieb ihr noch Zeit für Schauspiel- und Tanzkurse. Irgendwann lernt sie den Rapper Curse kennen, der schnell begeistert ist von ihrem Gesangstalent. Vermutlich auch von ihrer Art, sich zu präsentieren. Studium in Düsseldorf, parallel dazu entwickelt sie mit Curse und Chima ihr erstes musikalisches Soloprojekt. Doch alles das reicht ihr noch nicht.
Sie geht nach New York, beißt sich durch, lernt, wächst, entwickelt sich und sammelt neue Inhalte für die Geschichten, die sie uns nun erzählt. Sie ist Lary und zurück in Deutschland. Nicht mehr in Düsseldort, sondern in Berlin. Natürlich. Mit dem Berliner Produzententeam Beatgees arbeitet sie an einem neuen Sound, anderen Songs und versucht sich an einer Definition ihres Ichs. Als Model verdient sie sich die Berliner Miete, Bar-Gigs sorgen für ein bisschen zusätzliches Taschengeld. Ein neues Projekt bringt sie mit ihrem heutigen Drummer William Russel zusammen, der – nachdem er ihre ersten musikalischen Gehversuche hört – seine Heimat Sydney verlässt, um fortan gemeinsam mit Lary Musik machen zu können.
2012 kommt ihre Karriere allmählich in Gang. Jan Delay teilt und lobt einen ihrer Songs, es folgen Supporttouren bei den Fantastischen 4 und Flo Mega. Vorläufiger Höhepunkt ist jedoch der 7. September: Sie gewinnt den New Music Award – noch bevor ihr Album FutureDeutscheWelle überhaupt erschienen ist.

„Der, der sich zuerst verliebt, verliert“ singt Lary in Feuer. Sätze wie diese gibt es zuhauf auf ihrem Debütalbum FutureDeutscheWelle. Aber nicht nur wegen der cleveren Texte zählt es zu den ambitioniertesten Werken in diesem Jahr. Jung und schön etwa, der Opener des Albums, konfrontiert die Hörer treffend wie kein anderer aktueller Song mit Gedanken zur weit und breit gepflegten Rastlosigkeit unserer Generation.
Über weite Strecken ihres fast 60 Minuten langen Albums entscheidet sich Lary für eine sinnliche Pop-R’n’B-Symbiose, die berauschend funktioniert. Über weite Strecken deshalb, weil Lary gegen Ende des 14 Song langen Erstlings etwas die Luft ausgeht. Lieder über Liebe oder Sturm und Drang können noch so verspielt produziert sein – das täuscht leider nicht über die schlageresk formulierten Texte hinweg. Gerade darin scheint aber eigentlich Larys Stärke zu liegen, wie die übrigen fabelhaften kleinen Geschichten beweisen.

Hollywood etwa ist eine kleine Offenbarung. Gedanken und Lebensgefühl eines Teenagermädchens, das von einem etwas älteren Typen zum ersten Mal als Frau wahrgenommen wird und deshalb alles für möglich hält. Dazu ein flirrender Melodierausch, der diesen besonderen Lebensausschnitt eindrucksvoll bildhaft macht. Lary hat mit ihrem Team sehr gut vorgelegt und beweist der vorwiegend männlichen Konkurrenz wie Olsen oder Cro wie gutes Storytelling klingen kann.
Denn auch wenn sich Lary auf FutureDeutscheWelle mit bekannten Themen wie Liebe, Erwachsenwerden, Trennung, Mode und Sex befasst, tut sie das eben aus einer weiblichen Sicht. Auf Deutsch. Und das angenehm modern und reif. Lary, the future is yours.
LaryFutureDeutscheWelleVÖ: 12. September 2014
Tourdaten:
27.10.14 Berghain Kantine Berlin

28.10.14 Prinzenbar Hamburg

29.10.14 Tsunami Club Köln

30.10.14 Sankt Peter Café Frankfurt

31.10.14 Crux München


Ausgezeichnet

War ja alles so was von klar: Schon als Teenager wagt sie sich auf Musicalbühnen. Zeitgleich bekommt sie ein Stipendium für die Folkwang Musikhochschule. Alles das reichte ihr nicht. Neben dem Gymnasium blieb ihr noch Zeit für Schauspiel- und Tanzkurse. Irgendwann lernt sie den Rapper Curse kennen, der schnell begeistert ist von ihrem Gesangstalent. Vermutlich auch von ihrer Art, sich zu präsentieren. Studium in Düsseldorf, parallel dazu entwickelt sie mit Curse und Chima ihr erstes musikalisches Soloprojekt. Doch alles das reicht ihr noch nicht.

Sie geht nach New York, beißt sich durch, lernt, wächst, entwickelt sich und sammelt neue Inhalte für die Geschichten, die sie uns nun erzählt. Sie ist Lary und zurück in Deutschland. Nicht mehr in Düsseldort, sondern in Berlin. Natürlich. Mit dem Berliner Produzententeam Beatgees arbeitet sie an einem neuen Sound, anderen Songs und versucht sich an einer Definition ihres Ichs. Als Model verdient sie sich die Berliner Miete, Bar-Gigs sorgen für ein bisschen zusätzliches Taschengeld. Ein neues Projekt bringt sie mit ihrem heutigen Drummer William Russel zusammen, der – nachdem er ihre ersten musikalischen Gehversuche hört – seine Heimat Sydney verlässt, um fortan gemeinsam mit Lary Musik machen zu können.

2012 kommt ihre Karriere allmählich in Gang. Jan Delay teilt und lobt einen ihrer Songs, es folgen Supporttouren bei den Fantastischen 4 und Flo Mega. Vorläufiger Höhepunkt ist jedoch der 7. September: Sie gewinnt den New Music Award – noch bevor ihr Album FutureDeutscheWelle überhaupt erschienen ist.

„Der, der sich zuerst verliebt, verliert“ singt Lary in Feuer. Sätze wie diese gibt es zuhauf auf ihrem Debütalbum FutureDeutscheWelle. Aber nicht nur wegen der cleveren Texte zählt es zu den ambitioniertesten Werken in diesem Jahr. Jung und schön etwa, der Opener des Albums, konfrontiert die Hörer treffend wie kein anderer aktueller Song mit Gedanken zur weit und breit gepflegten Rastlosigkeit unserer Generation.

Über weite Strecken ihres fast 60 Minuten langen Albums entscheidet sich Lary für eine sinnliche Pop-R’n’B-Symbiose, die berauschend funktioniert. Über weite Strecken deshalb, weil Lary gegen Ende des 14 Song langen Erstlings etwas die Luft ausgeht. Lieder über Liebe oder Sturm und Drang können noch so verspielt produziert sein – das täuscht leider nicht über die schlageresk formulierten Texte hinweg. Gerade darin scheint aber eigentlich Larys Stärke zu liegen, wie die übrigen fabelhaften kleinen Geschichten beweisen.

Hollywood etwa ist eine kleine Offenbarung. Gedanken und Lebensgefühl eines Teenagermädchens, das von einem etwas älteren Typen zum ersten Mal als Frau wahrgenommen wird und deshalb alles für möglich hält. Dazu ein flirrender Melodierausch, der diesen besonderen Lebensausschnitt eindrucksvoll bildhaft macht. Lary hat mit ihrem Team sehr gut vorgelegt und beweist der vorwiegend männlichen Konkurrenz wie Olsen oder Cro wie gutes Storytelling klingen kann.

Denn auch wenn sich Lary auf FutureDeutscheWelle mit bekannten Themen wie Liebe, Erwachsenwerden, Trennung, Mode und Sex befasst, tut sie das eben aus einer weiblichen Sicht. Auf Deutsch. Und das angenehm modern und reif. Lary, the future is yours.

Lary
FutureDeutscheWelle
VÖ: 12. September 2014

Tourdaten:

27.10.14 Berghain Kantine Berlin


28.10.14 Prinzenbar Hamburg


29.10.14 Tsunami Club Köln


30.10.14 Sankt Peter Café Frankfurt


31.10.14 Crux München


Sept. 10

Wie 3 Wochen Sonnenschein
Orrr, ihr glaubt nicht, wie oft ich diesen Text jetzt schon angefangen habe zu schreiben, nur um den ersten Absatz gleich darauf wieder zu löschen. Also Schluss mit der Kreativität! Überlassen wir das der Kombo, die wirklich etwas davon versteht: Buster Shuffle, den sympathischen Chaoten aus Großbritannien.
Zwei Jahre ist deren Vorgängeralbum Do Nothing nun schon wieder alt. Auf Tour war die Band seitdem auch. Und wenn man sich Gedanken zum Titel des neuen Albums machen sollte, würde man auf so einen Quatsch kommen wie: Beim Schreiben und Komponieren neuer Songs öffnen sich Musiker immer wieder aufs Neue, kehren ihr Innerstes nach außen und machen sich nackt. Vielleicht heißt das neue Album von Buster Shuffle auch deshalb Naked.
Aber vermutlich haben sie sich nichts dabei gedacht oder sie sind schlichtweg Anhänger der Freikörperkultur. Man weiß es nicht. Jedenfalls gibt es einen Song auf diesem Album der I Wrote This Song Because My Girlfriend Told Me I Was Miserable heißt. Und der macht Spaß wie drei Wochen Sonnenschein. Überhaupt klingt dieses zweite Album wie ein angenehmer Schnellschuss, in dem jede Menge Herz und dafür kaum Kalkulation steckt. Wen das nicht überzeugt, sich mit Buster Shuffle zu befassen, dem kann ich auch nicht helfen.

Obwohl, vielleicht noch schnell das: Die Band huldigt dem Ska, der – glaubt man der Presse – schon vor Jahren zu Grabe getragen wurde. Dazu eine Prise schunkeligen Piano-Rock. Fertig ist irgendetwas, das klingt wie der Besuch in der Lieblingskneipe. Und da geht man eben deshalb gern hin, weil die Gestalten dort sympathisch sind. Weil man sich kennt. Weil man zu den Geschichten, die man erzählt bekommt, so herrlich mitfeiern und mitleiden kann.
Noch immer klingen Buster Shuffle herrlich rotzig und machen unheimlich viel Spaß. Das ist deshalb erstaunlich, weil Jamie Ellis das Album produziert hat. Dieser kann als Referenz zwar eine Zusammenarbeit mit The Rifles vorweisen, hat aber auch schon für Florence & The Machine hinter den Reglern gestanden – was freilich nicht schlimm ist, verdammt. Es soll nur zeigen, dass dieses Album auch durchaus glatter hätte klingen können.
Zum Glück tut es das nicht. All die Kanten, für die man Buster Shuffle mag, sind immer noch überall und laden zum Schrammen machen ein. Manchmal erinnern die Briten an Weezer (in Home etwa). Aber auch das ist ja nicht die schlimmste Schublade, in die man gesteckt werden kann.
Knappe 40 Minuten ist dieser kurzweilige Spaß geworden. Und wer danach noch immer nicht genug hat von dieser ausgefuchsten Mannschaft, dem sei auch an dieser Stelle noch mal ausdrücklich das Album Do Nothing empfohlen.

Buster ShuffleNakedVÖ: 12. September 2014

Hier könnt ihr Buster Shuffle live erleben:
12.09. Frankfurt, Das Bett (Record Release Concert)13.09. Sarstedt, Sarstedt Open Air14.09. Köln, BlueShell (Record Release Concert)15.11. Chemnitz, AJZ Chemnitz21.11. Berlin,  SO36 06.12. Magdeburg, Ska Fest

Wie 3 Wochen Sonnenschein

Orrr, ihr glaubt nicht, wie oft ich diesen Text jetzt schon angefangen habe zu schreiben, nur um den ersten Absatz gleich darauf wieder zu löschen. Also Schluss mit der Kreativität! Überlassen wir das der Kombo, die wirklich etwas davon versteht: Buster Shuffle, den sympathischen Chaoten aus Großbritannien.

Zwei Jahre ist deren Vorgängeralbum Do Nothing nun schon wieder alt. Auf Tour war die Band seitdem auch. Und wenn man sich Gedanken zum Titel des neuen Albums machen sollte, würde man auf so einen Quatsch kommen wie: Beim Schreiben und Komponieren neuer Songs öffnen sich Musiker immer wieder aufs Neue, kehren ihr Innerstes nach außen und machen sich nackt. Vielleicht heißt das neue Album von Buster Shuffle auch deshalb Naked.

Aber vermutlich haben sie sich nichts dabei gedacht oder sie sind schlichtweg Anhänger der Freikörperkultur. Man weiß es nicht. Jedenfalls gibt es einen Song auf diesem Album der I Wrote This Song Because My Girlfriend Told Me I Was Miserable heißt. Und der macht Spaß wie drei Wochen Sonnenschein. Überhaupt klingt dieses zweite Album wie ein angenehmer Schnellschuss, in dem jede Menge Herz und dafür kaum Kalkulation steckt. Wen das nicht überzeugt, sich mit Buster Shuffle zu befassen, dem kann ich auch nicht helfen.

Obwohl, vielleicht noch schnell das: Die Band huldigt dem Ska, der – glaubt man der Presse – schon vor Jahren zu Grabe getragen wurde. Dazu eine Prise schunkeligen Piano-Rock. Fertig ist irgendetwas, das klingt wie der Besuch in der Lieblingskneipe. Und da geht man eben deshalb gern hin, weil die Gestalten dort sympathisch sind. Weil man sich kennt. Weil man zu den Geschichten, die man erzählt bekommt, so herrlich mitfeiern und mitleiden kann.

Noch immer klingen Buster Shuffle herrlich rotzig und machen unheimlich viel Spaß. Das ist deshalb erstaunlich, weil Jamie Ellis das Album produziert hat. Dieser kann als Referenz zwar eine Zusammenarbeit mit The Rifles vorweisen, hat aber auch schon für Florence & The Machine hinter den Reglern gestanden – was freilich nicht schlimm ist, verdammt. Es soll nur zeigen, dass dieses Album auch durchaus glatter hätte klingen können.

Zum Glück tut es das nicht. All die Kanten, für die man Buster Shuffle mag, sind immer noch überall und laden zum Schrammen machen ein. Manchmal erinnern die Briten an Weezer (in Home etwa). Aber auch das ist ja nicht die schlimmste Schublade, in die man gesteckt werden kann.

Knappe 40 Minuten ist dieser kurzweilige Spaß geworden. Und wer danach noch immer nicht genug hat von dieser ausgefuchsten Mannschaft, dem sei auch an dieser Stelle noch mal ausdrücklich das Album Do Nothing empfohlen.

Buster Shuffle
Naked
VÖ: 12. September 2014

Hier könnt ihr Buster Shuffle live erleben:

12.09. Frankfurt, Das Bett (Record Release Concert)
13.09. Sarstedt, Sarstedt Open Air
14.09. Köln, BlueShell (Record Release Concert)
15.11. Chemnitz, AJZ Chemnitz
21.11. Berlin,  SO36 
06.12. Magdeburg, Ska Fest

Sept. 06

Anonym sagte: Dexter, warum schläfst du nicht?

Wegen des Kaffees, den ich vorhin getrunken habe. Wegen des Rotweins, den ich vorhin nicht getrunken habe. Aber auch, weil ich heute lange geschlafen habe. Und weil ich weiß, dass ich auch am heutigen Sonntag wieder ausschlafen kann.

Sept. 03

Unkaputtbar
Ihr tut mir schon jetzt leid, denn vermutlich wird diese Besprechung außerordentlich umfangreich ausfallen. 9 Alben hat Ryan Adams in den Jahren 2000 bis 2012 veröffentlicht. Dazu kommen 11 weitere Alben davor, währenddessen und danach mit einem seiner anderen Bandprojekte. Dieser Mann hat einen Output wie sonst nur ich nach zwei Tellern Bohnensuppe.
Unzählige Grammy-Nominierungen hat dieser Tausendsassa seither bekommen, zuletzt für sein Album Ashes & Fire (2011). Bekommen hat er den Musikpreis jedoch nie. Zuletzt waren auch die Kritiken nicht mehr so überschwänglich. Irgendetwas war auf der Strecke geblieben, während des jahrelangen Abarbeitens am Adamschen Leben. Eine Schwindel und Angstzustände erzeugende Ohrenerkrankung hatte ihn zudem außer Gefecht gesetzt. Adams schien, so musste man annehmen, erst einmal am vorläufigen Ende seiner Karriere angelangt.
Obwohl ihm Ruhe gut getan hätte, konnte der Songwriter offenbar nicht komplett still sitzen und sich den sonderbaren Hypnose- und Marihuana-Therapien unterziehen. Er fing wieder an zu schreiben, produzierte ein komplettes neues Album mit der Produzenten-Legende Glyn Johns (The Beatles, Eric Clapton, Rolling Stones, …), der ihn schon beim Album Ashes & Fire unter die Arme gegriffen hatte und – warf es weg.

Naja, vermutlich hat er das nicht getan und innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre wird es doch noch erscheinen. Aber der Punkt ist: Ryan Adams war nicht zufrieden damit. Also schloss er sich im Studio ein, schrieb, komponierte und spielte innerhalb weniger Tage elf andere neue Songs ein, die jetzt auf dem Album Ryan Adams erscheinen. Und wie wir ja wissen: Wann immer Musiker oder Bands ein Album ausschließlich unter ihrem Namen und ohne weiteren Titel veröffentlichen, steht dieses Album rückstandslos für einen Neuanfang. Und ganz genau so hört sich Ryan Adams auch an.
Reduziert, klar, straight, sensibel und rührend bis ins Mark befreit sich Adams auf seinem neuen Album von mancherlei musikalischem Ballast, den eine mehr oder minder große Band um ihn herum eben so mit sich bringt. Adams singt und spielt sich frei. Dafür werfe ich gern ein paar Euro ins Phrasenschwein.
Für die erste Single Gimme something good wurde und wird er in Amerika gefeiert. Nicht nur die Presse lobt ihn für diesen Song über alle Maßen, sondern verkündet glücklich Adams Rückkehr, während sie vom gesamten Album schwärmt. Dann ist da noch Trouble, ein Song, zu dem man sich in Zeitlupe prügeln oder wegrennen will. Aber es liegt Ärger in der Luft und dieser einfache aber knackige Bass, der sich von Beginn an durch diesen Song zieht, lässt einen auch dann noch nicht los, wenn längst schon der nächste Titel läuft.
"On my way back home, I see a house on fire, I close my eyes, what if it was mine" diktieren Adams Dämonen in Am I safe und man muss befürchten, dass er es noch längst nicht ist. “And all the walls we build, they must come down”: In My wrecking ball greift er derart inbrünstig nach der Liebe, dass man ihm nur wünschen kann, dass die zur Sängerkollegin Mandy Moore so lange wie nur möglich hält.
Wenn sich dieses Musikjahr dem Ende neigt, wird man an dieses Album denken. Adams singt mit einer unverschämten Coolness von den dunkelsten Momenten des Lebens und lädt seine neuen Songs dabei mit einer lange nicht gehörten Hoffnung auf. Gitarre, Klavier, Bass, Schlagzeug und alles das so reduziert wie nur möglich. Wenn hier etwas laut wird, dann sind das die Gefühle, die Adams in seine Kompositionen steckt.
Shadows – zeitlos schön, einzigartig, jung, unkaputtbar. I just might, ein Stück, das wie aus einer frühen Zeit des Rock klingt und einen bereitwillig die Kreuzung Richtung Lost Highway wählen lässt, wenn man vor der Wahl stünde. Es ist schlichtweg brillant, das ganze Album.
Der Vollständigkeit halber noch das: In Kim spielt Johnny Depp Gitarre, genau so auch in Feels like fire, wo er aber auch zu hören sein soll. Adams’ Langzeitpartnerin Mandy Moore unterstützt ihren Geliebten gesanglich in Trouble und Am I safe.
Kauft dieses Album. Es wird eines sein, von dem man noch lange Zeit schwärmen wird. Bis zum Erscheinungstag könnt ihr es hier exklusiv anhören.

Ryan AdamsRyan AdamsVÖ: 05.09.2014

Unkaputtbar

Ihr tut mir schon jetzt leid, denn vermutlich wird diese Besprechung außerordentlich umfangreich ausfallen. 9 Alben hat Ryan Adams in den Jahren 2000 bis 2012 veröffentlicht. Dazu kommen 11 weitere Alben davor, währenddessen und danach mit einem seiner anderen Bandprojekte. Dieser Mann hat einen Output wie sonst nur ich nach zwei Tellern Bohnensuppe.

Unzählige Grammy-Nominierungen hat dieser Tausendsassa seither bekommen, zuletzt für sein Album Ashes & Fire (2011). Bekommen hat er den Musikpreis jedoch nie. Zuletzt waren auch die Kritiken nicht mehr so überschwänglich. Irgendetwas war auf der Strecke geblieben, während des jahrelangen Abarbeitens am Adamschen Leben. Eine Schwindel und Angstzustände erzeugende Ohrenerkrankung hatte ihn zudem außer Gefecht gesetzt. Adams schien, so musste man annehmen, erst einmal am vorläufigen Ende seiner Karriere angelangt.

Obwohl ihm Ruhe gut getan hätte, konnte der Songwriter offenbar nicht komplett still sitzen und sich den sonderbaren Hypnose- und Marihuana-Therapien unterziehen. Er fing wieder an zu schreiben, produzierte ein komplettes neues Album mit der Produzenten-Legende Glyn Johns (The Beatles, Eric Clapton, Rolling Stones, …), der ihn schon beim Album Ashes & Fire unter die Arme gegriffen hatte und – warf es weg.

Naja, vermutlich hat er das nicht getan und innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre wird es doch noch erscheinen. Aber der Punkt ist: Ryan Adams war nicht zufrieden damit. Also schloss er sich im Studio ein, schrieb, komponierte und spielte innerhalb weniger Tage elf andere neue Songs ein, die jetzt auf dem Album Ryan Adams erscheinen. Und wie wir ja wissen: Wann immer Musiker oder Bands ein Album ausschließlich unter ihrem Namen und ohne weiteren Titel veröffentlichen, steht dieses Album rückstandslos für einen Neuanfang. Und ganz genau so hört sich Ryan Adams auch an.

Reduziert, klar, straight, sensibel und rührend bis ins Mark befreit sich Adams auf seinem neuen Album von mancherlei musikalischem Ballast, den eine mehr oder minder große Band um ihn herum eben so mit sich bringt. Adams singt und spielt sich frei. Dafür werfe ich gern ein paar Euro ins Phrasenschwein.

Für die erste Single Gimme something good wurde und wird er in Amerika gefeiert. Nicht nur die Presse lobt ihn für diesen Song über alle Maßen, sondern verkündet glücklich Adams Rückkehr, während sie vom gesamten Album schwärmt. Dann ist da noch Trouble, ein Song, zu dem man sich in Zeitlupe prügeln oder wegrennen will. Aber es liegt Ärger in der Luft und dieser einfache aber knackige Bass, der sich von Beginn an durch diesen Song zieht, lässt einen auch dann noch nicht los, wenn längst schon der nächste Titel läuft.

"On my way back home, I see a house on fire, I close my eyes, what if it was mine" diktieren Adams Dämonen in Am I safe und man muss befürchten, dass er es noch längst nicht ist. “And all the walls we build, they must come down”: In My wrecking ball greift er derart inbrünstig nach der Liebe, dass man ihm nur wünschen kann, dass die zur Sängerkollegin Mandy Moore so lange wie nur möglich hält.

Wenn sich dieses Musikjahr dem Ende neigt, wird man an dieses Album denken. Adams singt mit einer unverschämten Coolness von den dunkelsten Momenten des Lebens und lädt seine neuen Songs dabei mit einer lange nicht gehörten Hoffnung auf. Gitarre, Klavier, Bass, Schlagzeug und alles das so reduziert wie nur möglich. Wenn hier etwas laut wird, dann sind das die Gefühle, die Adams in seine Kompositionen steckt.

Shadows – zeitlos schön, einzigartig, jung, unkaputtbar. I just might, ein Stück, das wie aus einer frühen Zeit des Rock klingt und einen bereitwillig die Kreuzung Richtung Lost Highway wählen lässt, wenn man vor der Wahl stünde. Es ist schlichtweg brillant, das ganze Album.

Der Vollständigkeit halber noch das: In Kim spielt Johnny Depp Gitarre, genau so auch in Feels like fire, wo er aber auch zu hören sein soll. Adams’ Langzeitpartnerin Mandy Moore unterstützt ihren Geliebten gesanglich in Trouble und Am I safe.

Kauft dieses Album. Es wird eines sein, von dem man noch lange Zeit schwärmen wird. Bis zum Erscheinungstag könnt ihr es hier exklusiv anhören.

Ryan Adams
Ryan Adams
VÖ: 05.09.2014