1. Das ist so wunderwunderwunderwunderwunderschön.

    Reblogged from: sophie-e-b
  2. Wenn sich jahrelange Arbeit plötzlich auszahlt und sich der Erfolg mehr und mehr einstellt. Das Musikprojekt Malky kann ein Lied davon singen. Das müsste dann aber ein neues sein. Eins, das sich zu den elf des gerade veröffentlichten Debütalbums Soon gesellen würde. Malky wird derzeit mit Lob überschüttet, wie ich es in den zurückliegenden Wochen nur bei David Grays Mutineers erleben durfte. Doch hier das Wichtigste: Beide Lobeshymnen und vor allem jene, die Malky gilt, werden zu Recht angestimmt.

    Malky sind Sänger Daniel Stoyanov und Keyboarder Michael Vajna, der die Musik der beiden auch produziert. Und was soll ich sagen? Eigentlich hatte alles mal gut angefangen, mit mir und solchen 2-Mann-Bands. Da war Savage Garden, die ich als Teenager für ihre cleveren Melodien und guten Texte schätzte. Später kam Orange Blue und die hasste ich wie sonst nichts. Zu tränendrüsig, zu glatt, zu vorhersehbar, zu öde. Doch zum Glück ist Malky anders. Malky ist brillant.

    Angefangen als Backing Vocalist steht Sänger Stoyanov, dessen Wurzeln in Bulgarien liegen, mit 19 Jahren zum ersten Mal auf der Bühne. In Mannheim lernte er Keyboarder Vajna kennen, der wiederum ursprünglich aus Ungarn kommt. Der Balkan und die Liebe zur Musik verbindet beide. Lange Zeit schrieb das Duo Musik für verschiedene deutsche Pop-Größen, sammelte Erfahrungen im Business, lernte sich besser kennen und fand heraus, ob es als Team auch eigene Musik zustande zu bringen in der Lage sein sollte.

    Der Plan ging auf. Auf Soon bedient sich Malky am Sound der 60er Jahre, lädt ihn mit Elektroklängen auf und findet auf Basis klassischen Songwritings zu einem interessanten eigenen Sound, der fesselt.

    Hypnotisch windet sich der dramatische Opener Soon durch die Gehörgänge. Diamonds, über das ich schon geraumer Zeit jede Menge lobende Wort fand, ist ein erstaunliches Stück Soulmusik aus Deutschland. Trouble lebt von einem einprägsamen Elektroorgelsound und Human Love begeistert als stilles Akustikgitarrenstück.

    Über allem thront Stoyanovs seelige Soulstimme, die auch nach den großartigen 45 Minuten Spieldauer noch lange Zeit über der plötzlich einbrechenden Stille steht. Keyboarder und Produzent Vajna komponiert Stücke jenseits von Gut und Böse – out of space, müsste man eigentlich sagen. Traut man sich aber nicht, denn die Musik ist ja schließlich da. Zum Glück.

    Malky, sind eine weitere vielversprechende Neuentdeckung aus Deutschland, die vorzüglichen modernen Pop präsentieren, der sich viel traut, ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Davon darf es gern schnell mehr geben. Bis dahin singe ich leise die wohl verdiente Lobeshymne. Und wer will, darf gern mit einstimmen.

    Malky
    Soon
    VÖ: 27. Juni 2014

  3. Foto: Zoran Orlic
Wie geil ist DAS denn?
In seiner Band Wilco gibt Jeff Tweedy den Melancholiker, zuweilen ein bisschen verträumt, aber dafür auch hochgeschätzt von seinen Fans. Das letzter Album von Wilco stammt aus dem Jahr 2011, was ja nun doch schon einige Zeit her ist. Baldigen Nachschub wird es dennoch nicht geben. Dafür steht aber eine andere Überraschung in den Startlöchern.
Gemeinsam mit seinem 18 Jahre alten Sohn Spencer hat Jeff Tweedy an einem Album gearbeitet, das am 19. September erscheinen wird. Es trägt den Namen Sukierae, wird sage und schreibe zwei CDs lang sein und für mich vor allem deshalb reizvoll, weil es eine Vater-und-Sohn-Zusammenarbeit ist.
Nun ist sein Sohn kein gestandener Hase, der in eigenen Bands schon Erfahrung hat sammeln können, sondern allem Anschein nach ein ganz normaler 18 Jähriger, der eben einfach einen saucoolen Papa hat. Wie die Musik klingt, wollt ihr jetzt wissen? Nun, hier ist die erste Single Summer Noon:
Bis zur Veröffentlichung des Albums erscheint ab sofort jeden Montag ein neuer Song zum käuflichen Erwerb – für all jene, die nicht mehr warten wollen bis zum 19. September.
Die Formation nennt sich übrigens ganz einfach Tweedy – da kann man froh sein, dass der Nachname der beiden “Schwendke” ist. Auf Tour werden Vater und Sohn sich auch begeben, an drei Tagen sogar durch die riesige Bundesrepublik.
06.11.2014: Berlin - Apostel Paulus Kirche08.11.2014: Weissenhäuser Strand - Rolling Stone Weekender13.11.2014: Köln - Kulturkirche

    Foto: Zoran Orlic

    Wie geil ist DAS denn?

    In seiner Band Wilco gibt Jeff Tweedy den Melancholiker, zuweilen ein bisschen verträumt, aber dafür auch hochgeschätzt von seinen Fans. Das letzter Album von Wilco stammt aus dem Jahr 2011, was ja nun doch schon einige Zeit her ist. Baldigen Nachschub wird es dennoch nicht geben. Dafür steht aber eine andere Überraschung in den Startlöchern.

    Gemeinsam mit seinem 18 Jahre alten Sohn Spencer hat Jeff Tweedy an einem Album gearbeitet, das am 19. September erscheinen wird. Es trägt den Namen Sukierae, wird sage und schreibe zwei CDs lang sein und für mich vor allem deshalb reizvoll, weil es eine Vater-und-Sohn-Zusammenarbeit ist.

    Nun ist sein Sohn kein gestandener Hase, der in eigenen Bands schon Erfahrung hat sammeln können, sondern allem Anschein nach ein ganz normaler 18 Jähriger, der eben einfach einen saucoolen Papa hat. Wie die Musik klingt, wollt ihr jetzt wissen? Nun, hier ist die erste Single Summer Noon:



    Bis zur Veröffentlichung des Albums erscheint ab sofort jeden Montag ein neuer Song zum käuflichen Erwerb – für all jene, die nicht mehr warten wollen bis zum 19. September.

    Die Formation nennt sich übrigens ganz einfach Tweedy – da kann man froh sein, dass der Nachname der beiden “Schwendke” ist. Auf Tour werden Vater und Sohn sich auch begeben, an drei Tagen sogar durch die riesige Bundesrepublik.

    06.11.2014: Berlin - Apostel Paulus Kirche
    08.11.2014: Weissenhäuser Strand - Rolling Stone Weekender
    13.11.2014: Köln - Kulturkirche

  4. „Der heißt tatsächlich so“, sage ich und kann es nicht glauben. Die drei Kinder, zwei Jungs und ein Mädchen, rennen Richtung Schwimmbecken und schreien einander zu, wo sie den Ball zuletzt gesehen haben, mit dem sie vorhaben, jetzt wieder zu spielen. Unter irgendeiner Bank in diesem Freibad soll er liegen. Ich höre gar nicht weiter zu, weil ich noch immer über den Namen des einen Jungen nachdenke. Unscheinbar sah er aus. Ein wenig verpeilt, neben der Spur, ihr wisst schon. Aber das Mädchen hat ihn „Justice“ gerufen – mehrmals! – und die Platte in meinem Kopf hängt noch immer an der Stelle: „Ich kann nicht glauben, dass der so heißt. Das darf einfach nicht wahr sein!“ Ich muss mich mit einem der weltweit schlimmsten Namen rumplagen. Einem Namen, der einen ständig daran hindert, für voll genommen zu werden. Einem Namen, in dessen DNS der Quellcode für Erfolg und Glück nicht vorzukommen scheint. „Ronny“, so heißen immer die Spinner, die in Straßenumfragen fürs TV die dümmsten Antworten geben. Fassungslos schaue ich Justice hinterher, stecke ihn in Gedanken in einen Superheldenanzug und stelle mich daneben, mit nichts anderem als einer Cordhose und einem viel zu weiten karierten Hemd am Leib. Himmerherrgottnochmal. Justice, das nenn ich mal eine echte Ungerechtigkeit.

  5. Gute Serien, schlechte Serien
Keine Ahnung, in welchem Jahr das war. Aber als LOST auf Pro7 startete, habe ich zumindest für Staffel 1 regelmäßig vor der Glotze gesessen. Noch während der ersten 24 Folgen beschlich mich das Gefühl, dass die Autoren gar nicht so recht wissen, wohin die Reise geht. Das Grundgerüst stand nicht. Zwar gab es eine gute Ausgangslage, aus der man viel machen konnte (der Absturz des Flugzeugs auf einer geheimnisvollen Insel und der Versuch aller nicht verunglückten Passagiere, den Aufenthalt dort zu überleben), aber es fehlte offenbar an einem guten Mittelpunkt (einer entscheidenden Wende) und einem guten Ende (mit der nötigen Überraschung).
Ich weiß noch, dass ich schon nach der ersten Folge der zweiten Staffel genug hatte und genervt abgeschaltet habe. In den vergangenen Tagen sah ich Staffel 1 erneut – inklusive Staffel 2 und 3. Gerade hänge ich bei Staffel 4 und selbst wenn ich berücksichtige, dass das die Staffel ist, die vom großen Autorenstreik beeinträchtigt wurde, fällt auf, dass J.J. Abrams diese Geschichte komplett vor die Wand zu fahren droht. Denn: Etwa zur Hälfte der zweiten Staffel hatte mich LOST dann doch noch. Plötzlich zeichnete sich eine Richtung ab. Jedes neu aufgedeckte Geheimnis hat mich mitfiebern, mitraten und richtig liegen lassen.
Ich muss gestehen, dass mich die Dynamik der Hauptfiguren sehr häufig zur Weißglut treibt. Immer stellen sie einander oder den Anderen die falschen oder – schlimmer noch! – gar keine Fragen, erklären sich und ihren Antrieb Lösungen zu finden gar nicht, sondern handeln wie losgelassene Irre. Willkürlich, bewaffnet und aggressiv marschieren mal diese, mal jene durch den Dschungel und behalten Neuentdeckungen für sich, wodurch sie letztlich verhindern, dass manche Handlungen ewig brauchen bis zu ihrer verdienten Auflösung. Dabei passiert kaum etwas mit den Figuren, sie durchleben keiner charakterliche Weiterentwicklung, lernen nichts aus Fehlern und DAS REGT MICH SO UNFASSBAR AUF!
Schlimmer ist eigentlich nur noch, dass ES MICH SÜCHTIG MACHT, DIESER CHAOTENTRUPPE DABEI ZUZUSEHEN, WIE SIE VERSUCHT, VON DER INSEL RUNTERZUKOMMEN. Am Ende von Staffel 3 könnte das erreicht sein. Aber vermutlich (ich weiß es nicht und will jetzt auch nicht danach googeln) war der Erfolg gerade besonders groß, zu viele Fragen waren aufgeworfen, schwirrten unbeantwortet im Raum umher und die Fans schauten die Serie Woche für Woche in der unverwüstlichen Hoffnung, alle Fragen beantwortet zu bekommen. Über weite Strecken der zweiten und vor allem dritten Staffel ist das den Machern der Serie auch überzeugend gelungen.
Besser, man hätte die Serie zu diesem Zeitpunkt beendet, statt die Kuh zu lange zu melken. Denn ab Staffel 4 wird die Milch sauer. UND DAS REGT MICH AUFER ALS AUF, weil ich ahne, dass Lost (für mich) nicht zufriedenstellend zu Ende erzählt wird.

In Momenten wie diesem denke ich gern an den phantastischen Joseph Michael Straczynski, der Autor verschiedener Horrorromane ist und Drehbücher für Kinofilme und TV-Serien schreibt. Eine meiner Lieblingsserien, Babylon 5, stammt von ihm. Als Ideengeber hat er auch 92 der insgesamt 110 Drehbücher der Serie verfasst. Ich will nicht sagen, dass ein einzelner kreativer Kopf nicht auch den Überblick verlieren kann (im Vergleich zum Lost-Autorenteam), aber zumindest hat Straczynski keine Löcher oder offenen Fäden hinterlassen. Und noch etwas besonderes zeichnet seine Serie aus: Die Handlung von Babylon 5 ist auf fünf Jahre festgelegt worden, wobei jede Staffel etwa für ein Jahr an Ereignissen in dieser gewaltigen Weltraum-Soap steht. (Interessant also: Auch wenn die Serie megaerfolgreich gewesen wäre, so hat Straczynski festgelegt, würde sie nach fünf Staffeln auserzählt sein. Der Fairness halber soll erwähnt sein, dass der Serie der ganz große Erfolg verwehrt blieb. Trotzdem konnte sie sich 5 Staffeln lang im strengen amerikanischen Fernsehen halten.)
Jedenfalls habe ich Babylon 5 damals verschlungen, still und heimlich oft mit der Herr der Ringe-Trilogie verglichen – auch wenn alles Geschehen im Weltall stattfindet, was vermutlich nicht jedermanns Lieblingsort für Geschichten ist. Die Serie braucht, ähnlich wie Lost, eine Staffel, bis man mit den Figuren warm geworden ist. Vermutlich wird man sich sogar heute an manchen nicht mehr zeitgemäßen Effekten stören, aber Straczynski ist ein gewiefter Fuchs, der schon immer mehr Wert auf Charakterentwicklung seiner Figuren und überraschende Wendungen legt.
Aus genau diesem Grund schätze ich auch seine Arbeiten im Comic-Business. In Babylon 5 erzählt er über 5 Jahre hinweg die kleinen Geschichten seiner Hauptfiguren, ließ mich dabei einige Male Richtung Fernseher schimpfen (weil mich ärgerte, wie sich manche Figur verhalten hat) und verliert dabei die große alles verbindende Geschichte über Krieg, Frieden, Liebe und Leid nicht aus den Augen. Immer wieder gibt es clevere Rückbezüge – man fühlt sich als Zuschauer in guten Händen und wird am Ende mit großer Epik belohnt.
Auch wenn LOST zeitweilig für seine neuen Erzählweisen (Rückblicke, Vorausblicke, andere Zeitsprünge) gelobt wurde, am Ende, so befürchte ich, werden es Abrams und sein Team verbocken.

    Gute Serien, schlechte Serien

    Keine Ahnung, in welchem Jahr das war. Aber als LOST auf Pro7 startete, habe ich zumindest für Staffel 1 regelmäßig vor der Glotze gesessen. Noch während der ersten 24 Folgen beschlich mich das Gefühl, dass die Autoren gar nicht so recht wissen, wohin die Reise geht. Das Grundgerüst stand nicht. Zwar gab es eine gute Ausgangslage, aus der man viel machen konnte (der Absturz des Flugzeugs auf einer geheimnisvollen Insel und der Versuch aller nicht verunglückten Passagiere, den Aufenthalt dort zu überleben), aber es fehlte offenbar an einem guten Mittelpunkt (einer entscheidenden Wende) und einem guten Ende (mit der nötigen Überraschung).

    Ich weiß noch, dass ich schon nach der ersten Folge der zweiten Staffel genug hatte und genervt abgeschaltet habe. In den vergangenen Tagen sah ich Staffel 1 erneut – inklusive Staffel 2 und 3. Gerade hänge ich bei Staffel 4 und selbst wenn ich berücksichtige, dass das die Staffel ist, die vom großen Autorenstreik beeinträchtigt wurde, fällt auf, dass J.J. Abrams diese Geschichte komplett vor die Wand zu fahren droht. Denn: Etwa zur Hälfte der zweiten Staffel hatte mich LOST dann doch noch. Plötzlich zeichnete sich eine Richtung ab. Jedes neu aufgedeckte Geheimnis hat mich mitfiebern, mitraten und richtig liegen lassen.

    Ich muss gestehen, dass mich die Dynamik der Hauptfiguren sehr häufig zur Weißglut treibt. Immer stellen sie einander oder den Anderen die falschen oder – schlimmer noch! – gar keine Fragen, erklären sich und ihren Antrieb Lösungen zu finden gar nicht, sondern handeln wie losgelassene Irre. Willkürlich, bewaffnet und aggressiv marschieren mal diese, mal jene durch den Dschungel und behalten Neuentdeckungen für sich, wodurch sie letztlich verhindern, dass manche Handlungen ewig brauchen bis zu ihrer verdienten Auflösung. Dabei passiert kaum etwas mit den Figuren, sie durchleben keiner charakterliche Weiterentwicklung, lernen nichts aus Fehlern und DAS REGT MICH SO UNFASSBAR AUF!

    Schlimmer ist eigentlich nur noch, dass ES MICH SÜCHTIG MACHT, DIESER CHAOTENTRUPPE DABEI ZUZUSEHEN, WIE SIE VERSUCHT, VON DER INSEL RUNTERZUKOMMEN. Am Ende von Staffel 3 könnte das erreicht sein. Aber vermutlich (ich weiß es nicht und will jetzt auch nicht danach googeln) war der Erfolg gerade besonders groß, zu viele Fragen waren aufgeworfen, schwirrten unbeantwortet im Raum umher und die Fans schauten die Serie Woche für Woche in der unverwüstlichen Hoffnung, alle Fragen beantwortet zu bekommen. Über weite Strecken der zweiten und vor allem dritten Staffel ist das den Machern der Serie auch überzeugend gelungen.

    Besser, man hätte die Serie zu diesem Zeitpunkt beendet, statt die Kuh zu lange zu melken. Denn ab Staffel 4 wird die Milch sauer. UND DAS REGT MICH AUFER ALS AUF, weil ich ahne, dass Lost (für mich) nicht zufriedenstellend zu Ende erzählt wird.

    In Momenten wie diesem denke ich gern an den phantastischen Joseph Michael Straczynski, der Autor verschiedener Horrorromane ist und Drehbücher für Kinofilme und TV-Serien schreibt. Eine meiner Lieblingsserien, Babylon 5, stammt von ihm. Als Ideengeber hat er auch 92 der insgesamt 110 Drehbücher der Serie verfasst. Ich will nicht sagen, dass ein einzelner kreativer Kopf nicht auch den Überblick verlieren kann (im Vergleich zum Lost-Autorenteam), aber zumindest hat Straczynski keine Löcher oder offenen Fäden hinterlassen. Und noch etwas besonderes zeichnet seine Serie aus: Die Handlung von Babylon 5 ist auf fünf Jahre festgelegt worden, wobei jede Staffel etwa für ein Jahr an Ereignissen in dieser gewaltigen Weltraum-Soap steht. (Interessant also: Auch wenn die Serie megaerfolgreich gewesen wäre, so hat Straczynski festgelegt, würde sie nach fünf Staffeln auserzählt sein. Der Fairness halber soll erwähnt sein, dass der Serie der ganz große Erfolg verwehrt blieb. Trotzdem konnte sie sich 5 Staffeln lang im strengen amerikanischen Fernsehen halten.)

    Jedenfalls habe ich Babylon 5 damals verschlungen, still und heimlich oft mit der Herr der Ringe-Trilogie verglichen – auch wenn alles Geschehen im Weltall stattfindet, was vermutlich nicht jedermanns Lieblingsort für Geschichten ist. Die Serie braucht, ähnlich wie Lost, eine Staffel, bis man mit den Figuren warm geworden ist. Vermutlich wird man sich sogar heute an manchen nicht mehr zeitgemäßen Effekten stören, aber Straczynski ist ein gewiefter Fuchs, der schon immer mehr Wert auf Charakterentwicklung seiner Figuren und überraschende Wendungen legt.

    Aus genau diesem Grund schätze ich auch seine Arbeiten im Comic-Business. In Babylon 5 erzählt er über 5 Jahre hinweg die kleinen Geschichten seiner Hauptfiguren, ließ mich dabei einige Male Richtung Fernseher schimpfen (weil mich ärgerte, wie sich manche Figur verhalten hat) und verliert dabei die große alles verbindende Geschichte über Krieg, Frieden, Liebe und Leid nicht aus den Augen. Immer wieder gibt es clevere Rückbezüge – man fühlt sich als Zuschauer in guten Händen und wird am Ende mit großer Epik belohnt.

    Auch wenn LOST zeitweilig für seine neuen Erzählweisen (Rückblicke, Vorausblicke, andere Zeitsprünge) gelobt wurde, am Ende, so befürchte ich, werden es Abrams und sein Team verbocken.

  6. Marilyn Monroe photographed by John Vachon at the Banff Springs Hotel  in Canada, 1953

    Reblogged from: renovaexler
  7. Durchgelesen
Dass ich an dieser Stelle auch ab und an ein paar Bücher vorstelle, ist leider in letzter Zeit etwas eingeschlafen. Warum auch immer. Jetzt aber, inmitten der WM 2014, will ich alte Tugendenden wieder pflegen und mit einem Buch anfangen, das ich auch wegen seines schönen Covers gekauft habe: Casino Royale von Ian Fleming. Kennt jeder – wurde schließlich schon verfilmt. Sogar zwei Mal; zuletzt mit Daniel Craig in der Rolle des berühmten britischen Geheimagenten. Hier also die literarische Vorlage, die sich rasend schnell wegliest. Spannend und leicht nimmt uns Fleming mit in die von ihm geschaffene Welt, die übrigens 1953 zum ersten Mal das Licht der Buchwelt erblickte. Lang ist’s her und doch wirkt kein Satz staubtrocken oder altbacken. Der erste Teil dieser neu aufgelegten Roman-Reihe ist ein guter Einstieg für alle, die unterhaltsame Strandlektüre suchen. Bond gibt einen furiosen Einstand, der nur dann für tiefes Stirnrunzeln auf der Stirn sorgt, wenn der Macho gewinnt und eine seiner mindestens drei Angebeteten einen Spruch reingedrückt bekommt, für den so manche moderne Hauptfigur eines Romans schon längst die Hand der Frau auf der Wange kleben hätte. Aber Bond ist eben Bond und vielleicht – nur vielleicht – kann man diese Roman-Reihe einfach als zeitgenössisches Dokument ansehen. Wie die Filme es stetig bewiesen haben, bekam es Bond auch immer häufiger mit starken Frauenfiguren zu tun. Bleibt nur zu hoffen, dass auch dafür die Romane als Grundlage gedient haben.

Gekonnt verstrickt Peter Stamm in Sieben Jahre Gegenwart und Vergangenheit, um die Geschichte eines Mannes zu erzählen. Dieser ist zum Beginn des Erzählzeitpunktes Vater und Ehemann, der die Liebe zu seiner Familie hinterfragt. Auslöser dafür ist die Begegnung mit einer Freundin aus der Vergangenheit, die ihm berichtet, sie hätte ihn und seine Frau damals zusammengebracht – in einer Lebensphase, in der er heimlich eine Frau begehrt hat, die er eigentlich nicht attraktiv und seiner würdig fand. Diese Begierde hält viele Jahrzehnte an. Auch als Ehemann und Vater einer Tochter fühlt er sich noch zu der Frau dieser späten Studentenbettgeschichte hingezogen. Alles in allem wirkte die Story trotz vieler Lobeshymnen an manchen Stellen arg konstruiert. Überzeugt haben mich die gut ausgearbeiteten Charaktere, nicht aber die Dialoge, die zuweilen hölzern und “zu richtig” wirkten. Keinen Moment lang habe ich dem Protagonisten seine Zerrissenheit abgekauft. Ein notgeiler Bock, der sich eigentlich nur durch die Gegend vögeln will, wird plötzlich nachdenklich und beginnt, sein Leben zu hinterfragen. Am Ende passiert, wenn auch nicht durch ihn ausgelöst, das einzig Richtige. Keine “süchtig machende” Geschichte, wie es auf der Rückseite heißt. Eher eine fesselnde, über die man als Leser häufig den Kopf schüttelt und sich zwingen muss, sie weiterzulesen, weil man so gar nicht einverstanden ist, mit dieser Hauptfigur. Aber wenn man mal wissen will wie es nicht sein sollte, kann man gut diesen Roman lesen.


Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand habe ich eigentlich nur gelesen, weil den alle gelesen haben. Überall war davon im vergangenen Jahr zu hören und man kam gar nicht drumherum um diesen schwedischen Roman. Neben dem Hörbuch gibt es mittlerweile einen Film und sogar ein erfolgreiches Theaterstück. Ich jedoch kenne nur den Roman und das ist kurzweilig und unterhaltsam, verliert sich aber auch zu gern in den Untiefen von Details, die das Gesamtbild nicht schöner machen. Jonas Jonasson, der nicht mit Donald Duck, Peter Parker oder Clark Kent verwandt ist, erzählt seine Geschichte über diesen modernen Münchhausen, der mit einem Koffer voller Geld vor der Mafia flieht und dabei jede Menge neue Freunde findet. Hier jagt eine Wendung die andere und irgendwann verknotet sich Jonassons Geschichte im Kopf des Lesers. Wetten, dass es nicht nur mir so ging, wenn ich 30 Seiten später schon wieder vergessen habe, mit wem der Hundertjährige in seiner Jugend zu tun hatte und welche frühere Begegnung ihm jetzt plötzlich aus der Patsche hilft. Vielleicht hätte diesem Roman ein „Was bisher geschah“ aller 50 Seiten ganz gut getan, bei all der Fülle an Inhalten, mit denen der Leser hier konfrontiert wird. Aber Jonasson drückt auch aufs Tempo und prügelt seinen wirklich alten Protagonisten durch diese Geschichte, dass einem keine Zeit zum Nachdenken bleibt. Friss oder stirb, bleib oder geh – so das Motto. Vielleicht muss man diesen Roman noch mal lesen. Vielleicht ist das sogar die Stärke dieses Romans, nämlich dass man ihn überhaupt ein zweites Mal lesen kann, weil man sich unmöglich alles beim ersten Mal gemerkt haben kann. Ob die Geschichte auch beim zweiten Durchgang noch so viel Spaß macht, bleibt abzuwarten.


Dieses Buch werde ich ganz bestimmt irgendwann ein zweites Mal lesen – obwohl ich es schon beim ersten Mal ohne Probleme verstanden habe. Paul Auster setzt sich in Winterjournal mit seinem eigenen Leben auseinander. Quasi in Form einer Autobiographie, die jedoch keiner stringenten Chronologie folgt, sondern vielmehr der Abarbeitung seiner Themen, widmet sich Auster allerlei spannender Stationen – aber längst noch nicht allen aus seinem Leben (zumindest hoffe ich das, damit ich sicher sein kann, dass irgendwann noch mal ein ähnliches Buch von ihm folgt). Navigationsgerät durch seine Geschichten sind all die physischen und psychischen Blessuren, die der berühmte Autor im Laufe seines Lebens davongetragen hat. Er erzählt von Unfällen, vom Tod, von Krankheiten und von der Liebe. Vom Unerwarteten, vom Unlösbaren und von der Schönheit Mut machender Ereignisse. Nicht aufgeben, immer dranbleiben und kämpfen, für das, was einem wichtig ist. Klingt banal? Ja, wenn ich es schreibe bestimmt. Aber Paul Auster bringt einen zum Weinen, zum Lachen und lässt einen auch nach dem zur Seite Legen dieser Geschichten noch lange nachdenklich zurück. So muss das sein, so und nicht anders.

    Durchgelesen

    Dass ich an dieser Stelle auch ab und an ein paar Bücher vorstelle, ist leider in letzter Zeit etwas eingeschlafen. Warum auch immer. Jetzt aber, inmitten der WM 2014, will ich alte Tugendenden wieder pflegen und mit einem Buch anfangen, das ich auch wegen seines schönen Covers gekauft habe: Casino Royale von Ian Fleming. Kennt jeder – wurde schließlich schon verfilmt. Sogar zwei Mal; zuletzt mit Daniel Craig in der Rolle des berühmten britischen Geheimagenten. Hier also die literarische Vorlage, die sich rasend schnell wegliest. Spannend und leicht nimmt uns Fleming mit in die von ihm geschaffene Welt, die übrigens 1953 zum ersten Mal das Licht der Buchwelt erblickte. Lang ist’s her und doch wirkt kein Satz staubtrocken oder altbacken. Der erste Teil dieser neu aufgelegten Roman-Reihe ist ein guter Einstieg für alle, die unterhaltsame Strandlektüre suchen. Bond gibt einen furiosen Einstand, der nur dann für tiefes Stirnrunzeln auf der Stirn sorgt, wenn der Macho gewinnt und eine seiner mindestens drei Angebeteten einen Spruch reingedrückt bekommt, für den so manche moderne Hauptfigur eines Romans schon längst die Hand der Frau auf der Wange kleben hätte. Aber Bond ist eben Bond und vielleicht – nur vielleicht – kann man diese Roman-Reihe einfach als zeitgenössisches Dokument ansehen. Wie die Filme es stetig bewiesen haben, bekam es Bond auch immer häufiger mit starken Frauenfiguren zu tun. Bleibt nur zu hoffen, dass auch dafür die Romane als Grundlage gedient haben.

    Gekonnt verstrickt Peter Stamm in Sieben Jahre Gegenwart und Vergangenheit, um die Geschichte eines Mannes zu erzählen. Dieser ist zum Beginn des Erzählzeitpunktes Vater und Ehemann, der die Liebe zu seiner Familie hinterfragt. Auslöser dafür ist die Begegnung mit einer Freundin aus der Vergangenheit, die ihm berichtet, sie hätte ihn und seine Frau damals zusammengebracht – in einer Lebensphase, in der er heimlich eine Frau begehrt hat, die er eigentlich nicht attraktiv und seiner würdig fand. Diese Begierde hält viele Jahrzehnte an. Auch als Ehemann und Vater einer Tochter fühlt er sich noch zu der Frau dieser späten Studentenbettgeschichte hingezogen. Alles in allem wirkte die Story trotz vieler Lobeshymnen an manchen Stellen arg konstruiert. Überzeugt haben mich die gut ausgearbeiteten Charaktere, nicht aber die Dialoge, die zuweilen hölzern und “zu richtig” wirkten. Keinen Moment lang habe ich dem Protagonisten seine Zerrissenheit abgekauft. Ein notgeiler Bock, der sich eigentlich nur durch die Gegend vögeln will, wird plötzlich nachdenklich und beginnt, sein Leben zu hinterfragen. Am Ende passiert, wenn auch nicht durch ihn ausgelöst, das einzig Richtige. Keine “süchtig machende” Geschichte, wie es auf der Rückseite heißt. Eher eine fesselnde, über die man als Leser häufig den Kopf schüttelt und sich zwingen muss, sie weiterzulesen, weil man so gar nicht einverstanden ist, mit dieser Hauptfigur. Aber wenn man mal wissen will wie es nicht sein sollte, kann man gut diesen Roman lesen.

    Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand habe ich eigentlich nur gelesen, weil den alle gelesen haben. Überall war davon im vergangenen Jahr zu hören und man kam gar nicht drumherum um diesen schwedischen Roman. Neben dem Hörbuch gibt es mittlerweile einen Film und sogar ein erfolgreiches Theaterstück. Ich jedoch kenne nur den Roman und das ist kurzweilig und unterhaltsam, verliert sich aber auch zu gern in den Untiefen von Details, die das Gesamtbild nicht schöner machen. Jonas Jonasson, der nicht mit Donald Duck, Peter Parker oder Clark Kent verwandt ist, erzählt seine Geschichte über diesen modernen Münchhausen, der mit einem Koffer voller Geld vor der Mafia flieht und dabei jede Menge neue Freunde findet. Hier jagt eine Wendung die andere und irgendwann verknotet sich Jonassons Geschichte im Kopf des Lesers. Wetten, dass es nicht nur mir so ging, wenn ich 30 Seiten später schon wieder vergessen habe, mit wem der Hundertjährige in seiner Jugend zu tun hatte und welche frühere Begegnung ihm jetzt plötzlich aus der Patsche hilft. Vielleicht hätte diesem Roman ein „Was bisher geschah“ aller 50 Seiten ganz gut getan, bei all der Fülle an Inhalten, mit denen der Leser hier konfrontiert wird. Aber Jonasson drückt auch aufs Tempo und prügelt seinen wirklich alten Protagonisten durch diese Geschichte, dass einem keine Zeit zum Nachdenken bleibt. Friss oder stirb, bleib oder geh – so das Motto. Vielleicht muss man diesen Roman noch mal lesen. Vielleicht ist das sogar die Stärke dieses Romans, nämlich dass man ihn überhaupt ein zweites Mal lesen kann, weil man sich unmöglich alles beim ersten Mal gemerkt haben kann. Ob die Geschichte auch beim zweiten Durchgang noch so viel Spaß macht, bleibt abzuwarten.

    Dieses Buch werde ich ganz bestimmt irgendwann ein zweites Mal lesen – obwohl ich es schon beim ersten Mal ohne Probleme verstanden habe. Paul Auster setzt sich in Winterjournal mit seinem eigenen Leben auseinander. Quasi in Form einer Autobiographie, die jedoch keiner stringenten Chronologie folgt, sondern vielmehr der Abarbeitung seiner Themen, widmet sich Auster allerlei spannender Stationen – aber längst noch nicht allen aus seinem Leben (zumindest hoffe ich das, damit ich sicher sein kann, dass irgendwann noch mal ein ähnliches Buch von ihm folgt). Navigationsgerät durch seine Geschichten sind all die physischen und psychischen Blessuren, die der berühmte Autor im Laufe seines Lebens davongetragen hat. Er erzählt von Unfällen, vom Tod, von Krankheiten und von der Liebe. Vom Unerwarteten, vom Unlösbaren und von der Schönheit Mut machender Ereignisse. Nicht aufgeben, immer dranbleiben und kämpfen, für das, was einem wichtig ist. Klingt banal? Ja, wenn ich es schreibe bestimmt. Aber Paul Auster bringt einen zum Weinen, zum Lachen und lässt einen auch nach dem zur Seite Legen dieser Geschichten noch lange nachdenklich zurück. So muss das sein, so und nicht anders.

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