SALE!
Heute war ich im Karstadt, weil es 70 Prozent Sale auf bereits reduzierte Ware geben sollte. Da ich noch eine kurze Laufhose brauchte, dachte ich mir, dass es keine bessere Gelegenheit geben wird, günstig an so ein Teil zu kommen. Nach langem Suchen und der sich mehr und mehr bestätigenden Gewissheit, dass nur die hässlichen kurzen Laufhosen in XXL - also die gelben, grünen oder lila-farbenen, die man auch als Zelt für die Spontanübernachtung im Park sehr gut gebrauchen kann - deutlich günstiger angeboten wurden, entschloss ich mich zu einem Trick.
Ich nahm eines der SALE-Schilder der anderen Hosen und klemmte es an den Bügel, über dem eine Hose hing, die mir gefiel. Was fühlte ich mich überlegen, das sag ich euch! Ein Rausch wie nach zu lang am Weichspüler inhaliert. Ein Moment der Kapitalismuskritik sondergleichen. «Occupy Laufhosen» wollte ich schreien, lies es aber bleiben aus nachvollziehbaren Gründen. Man lässt sich ja viel zu viel gefallen, aber nicht ich. Ich bin nicht man - dass das mal klar ist!
An der Kasse dann zeigte sich, dass die Verkäuferin ungeachtet des SALE-Schildes an meiner neuen Laufhose den tatsächlichen Preis dafür haben wollte, den ich natürlich widerstandslos zahlte. War ja nur ein Versuch. Eigentlich ein Test, um genau zu sein. Vor etwa zwei Jahren ging es Karstadt noch richtig schlecht, das Unternehmen steckte in einer tiefen Krise, was mir irre leid tat. Aber jetzt weiß ich: Die sind auf einem guten Weg, denen kann nichts mehr passieren, die lassen sich von niemandem übers Ohr hauen. Schon gar nicht von mir.
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von agentdexter gepostet

