Von Geistern, Blitzkindern und vom Weg Abgekommenen
Drei EPs will ich euch an dieser Stelle kurz vorstellen: Den Anfang macht dabei eine neue Band aus Frankreich. Team Ghost heißt die Formation, die unter anderem von Ex-M83-Mitglied Nicholas Fromageau ins Leben gerufen wurde. Soundtechnisch ist die Musik der insgesamt fünf Herren angesiedelt in den Genres Shoegaze, Electro und Post Punk. Die erste Single Dead Film Star, die Vorbote vom im März 2013 erscheinenden Debüt-Album ist, gibt es seit einigen Tagen und wird von mir vor allem im Para One & Tacteel Remix sehr gemocht, weil ich die überaus gelungen Entschleunigung mag. Das Video zur ersten Single ist wunderschön anzuschauen, wirklich wahr!
Es gibt sogar einen etwa acht-minütigen Minimix der EP, die ja eigentlich eine Single ist, die zwei Remix-Version des Hauptsongs und einen zusätzlichen Non-Albumtrack enthält. Und auch wenn ich es nicht überprüft habe: Der Minimix ist dem Download-Button zufolge wohl auch herunterladbar, liebe Musikfreunde. Also los!
Team Ghost
Dead Film Star
VÖ: 03. Dezember 2012
Ein echtes Mini-Album liefern hingegen die Blitz Kids ab. 2011 waren die Briten irgendwo bei irgendwem in der Kategorie “Beste Newcomer” nominiert. Vermutlich vollkommen zu Recht. Jedenfalls klingen die sechs Tracks vom Mini-Album Never Die unfassbar groß und gewaltig. Zugegeben: Ich kenne mich in der britischen Alternativ-Rock-Szene nicht aus. Aber ganz egal ob ich Warrior höre, Strangers With Memories oder Memento Viveré – die Blitz Kids liefern da ein paar amtlich melodiöse Bretter ab. Wenn mich schon dieses Mini-Album so frohlocken lässt (Himmel, diese Orgel-Sound in Memento Viveré grüßt sehr angenehm in Richtung der Doors!) - was wird erst das hoffentlich bald nachfolgende umfangreiche Album mit mir machen? Sehr gut, das hier. Unbedingt zulegen!
Hier die EP im leider viel zu knappen Mix. Für einen schnelle Überblick sollte es jedoch ausreichen:
Den Song Never Die, nach welchem auch die EP benannt ist, kann man sich folgend in voller Länge einverleiben:
Blitz Kids
Never Die
VÖ: 07. Dezember 2012
Den Abschluss macht ein Tipp für Freunde des elektronischen Musikspiel(trieb)s: Alexis Taylor ist eine arbeitswütige Wollmilchsau. Neben seiner Arbeit mit seinen Jungs von Hot Chip werkelt er auch immer wieder an Solozeug herum. Irre fleißig und vermutlich etwas freier, wenn allein er die Herrschaft über das hat, was da am Ende bei rumkommen soll. Nayim From The Halfway Line heißt eine gerade erschienene EP von ihm, die aus vier neuen Tracks besteht. Man kann Taylor nicht andichten, dass es ihm um Überpräsenz oder bedingungsloses Geldverdienen geht. Die knapp 24 Minuten, in denen er sich hier mit allerlei Schnickschnacksounds austobt und mit seiner zarten Kopfstimme die eine oder andere Textzeile drüber singt, klingen eher so, als hätte er ein festes Grundgerüst gehabt und ab einem gewissen Punkt so gekonnt improvisiert, dass man fast annehmen könnte: Die Lieder sind durchkomponiert. Für Freunde schöner Videospielmusik oder jene, denen der Alltag wie ein dauerhaft andauerndes Adventure-Game erscheint, ist Nayim From The Halfway Line die beste Untermalung abseitig vom üblichen Hot-Chip-Fantum.
An dieser Stelle hätte ich gern ein Video zu einem der Songs eingefügt, aber die GEMA macht mir da ein Strich durch die Rechnung. Auf Spotify ist die EP, um die es hier geht, noch nicht gelistet. Und als wäre das nicht schon miserabel genug: Auch auf iTunes gibt es keinen Link, über den man zu dem Mini-Album gelangt, um die vier Tracks wenigsten mal anzutesten. Immerhin: Auf Amazon ist es als Vinyl gelistet - reinhören kann man aber auch dort nicht. Fuck you, Musikindustrie.
Alexis Taylor
Nayim From The Halfway Line
VÖ: 30. November 2012



