Ich bin fürs Wollen.

  • Beliebig
  • Archiv
  • RSS
  • so genannte Fanpost
banner

Musik vom laufenden Band

Ich habe nichts gegen Nena. Ich finde ihre Musik nur scheiße. Und so viel Auswahl hat man nicht, wenn man guten deutsch-sprachigen Indie-Pop hören will. Wir sind Helden haben sich aufgelöst, von Juli will ich gar nicht erst anfangen, Bosse ist sympathisch, aber gerade sein aktuelles Album schrammt einige Male um Haaresbreite am Schlager-Sing-Sang vorbei und sonst? Ach, ich weiß es doch auch nicht.

image

Obwohl doch: Mit Heute ist für immer hat am vergangenen Freitag eine neue Band ihr hörenswertes Debütalbum veröffentlicht. Tonbandgerät heißt das Quartett, das aus Hamburg stammt und 2012 den New Music Award gewonnen hat.

Nun ist Hamburg nicht gerade arm an Musikern und schon gar nicht an solchen, die es Jahr für Jahr wissen wollen. Tonbandgerät besingen retrospektiv die Zeit des Abis, die wilde Phase des anschließenden Studiums, die damit verbundenen Unsicherheiten und Ängste, den ganzen Liebeskram, mit dem man fertig werden muss, wenn man erwachsen wird, sich verändernde Freundschaften und die schleichende charakterliche Weiterentwicklung in uns allen.

Alles das gelingt Jakob (Schlagzeug), Isa (Bass), Sophia (Gitarre/Texte) und Ole (Gesang) erstaunlich gut. Man möchte es eigentlich vermeiden, weil das Wort so abgenutzt ist, aber Tonbandgerät klingen: authentisch. Und klug. Und sentimental. Und poetisch.

Man kann Heute ist für immer gut weghören. Interessant wird es aber erst, wenn man sich dabei ertappt, genau auf die Texte zu hören und sich darin wiederfindet. Das ist schön und nie kitschig. Und besser als Nena sowieso. 

Tonbandgerät
Heute ist für immer
VÖ: 19. April 2013

    • #Tonbandgerät
    • #Band
    • #Pop
    • #Indie
    • #Heute ist für immer
    • #Album
    • #Hamburg
    • #Debüt
  • Vor 1 Monat
  • 2
  • Comments
  • Permalink
Share

Kurze URL

TwitterFacebookPinterestGoogle+

Digitale Funkstörungen

«Songs müssen deine Phantasie ansprechen, die Vergangenheit, die Zukunft, Maschinen, die Natur» sagt der Eine. «Und ich habe den perversen Stoff geschrieben» ergänzt der Andere.

Der Andere ist der französische Produzent Benoit de Villeneuve, den man nicht kennen muss. Ist nicht schlimm, wirklich. Der Eine aber, der genau weiß, was Songs müssen, ist Mastermind einer neuen französischen Band, die in den kommenden Monaten für Furore sorgen dürfte. Nicolas Fromageau heißt diese kluge Musikwüstling, ehemalige M83-Hälfte, versehen mit Stürmen und Drängen für etwas ganz und gar Neues.

Das Neue hat er jetzt gefunden. Team Ghost heißt seine neue Formation, mit der er neben seiner Vorliebe für elektronische Musik, Chöre und große pathetische Gesten auch die für laute und schrammelnde Gitarrenläufe zelebriert. Sonic Youth, Brian Eno und Tangerine Dream dürften hierfür Pate gestanden haben, wobei Fromageau selbst eher Vergleiche zu seiner alten Band zieht: «Ich glaube, dass Team Ghost noch düsterer ist als M83, da ich Bands wie Joy Division, Cocteau Twins und andere mag.»

Mit Rituals haben Team Ghost knapp 44 Minuten lang atmosphärisch sinnige Klangwelten geschaffen, die von Tempo, unbändiger Energie und unglaublicher Spielwut leben. Schmerz, Obsession, Laster, Lust und Voyeurismus steckt in die diesen 12 digitalen Funkstörungen aus einer phantastischen Parallelwelt.

Es fällt schwer, einzelne Lieder als Highlights hervorzuheben, weil Rituals als Konzeptalbum, das sich der düsteren Gothic-Atmosphäre verschrieben hat, nur insgesamt funktioniert. Dafür aber auch Hammerschlag und weiche hinter einem liegende Matratze zugleich ist. Himmel und Hölle, Licht und Dunkelheit, Gut und Böse. Womit Fromageau sein gestecktes Ziel auch als erreicht betrachten darf: Das hier wird viele Phantasien anregen. 

Team Ghost
Rituals
VÖ: 15. März 2013

Dieser brillante Curtains-Remix sei euch noch ans Herz gelegt:

    • #Team Ghost
    • #Rituals
    • #Nicolas Fromageau
    • #Club
    • #Rock
    • #Elektro
    • #Indie
  • Vor 3 Monaten
  • 1
  • Comments
  • Permalink
Share

Kurze URL

TwitterFacebookPinterestGoogle+
'\x3cspan id=\x22audio_player_42524851976\x22\x3e\x3cdiv class=\x22audio_player\x22\x3e\x3ciframe class=\x22tumblr_audio_player tumblr_audio_player_42524851976\x22 src=\x22http://agentdexter.tumblr.com/post/42524851976/audio_player_iframe/agentdexter/tumblr_mhvbsunokA1qkrfp9?audio_file=http%3A%2F%2Fwww.tumblr.com%2Faudio_file%2Fagentdexter%2F42524851976%2Ftumblr_mhvbsunokA1qkrfp9\x26color=white\x26simple=1\x22 frameborder=\x220\x22 allowtransparency=\x22true\x22 scrolling=\x22no\x22 width=\x22207\x22 height=\x2227\x22\x3e\x3c/iframe\x3e\x3c/div\x3e\x3c/span\x3e'
  • 59 Aufrufe
  • I Couldn't Be Your FriendTegan & Sara

Wer Tegan & Sara für ihren alternativen und eher stillen Indie-Pop mag, muss jetzt ganz stark sein. Mit ihrem neuen Album Heartthrob sind die beiden eineigen Zwillinge nämlich ein Wagnis eingegangen, das man in dieser Form lange nicht gehört hat.

Schon die erste Single Closer zeigt, wohin die Reise auf Albumlänge geht: Es flirrt, glitzert, discokugelt und zazoomt in jedem der zehn Songs. Das hier ist Synthiepop vom Feinsten, der in seinen besten Momenten seltsamerweise an eine schier unfassbar gelungene Symbiose aus Cyndi Lauper und Robyn erinnert - ohne dass die Identität der beiden kanadischen Schwestern dadurch auf der Strecke bleibt.

Die Texte sind weniger narrativ als man das von Tegan and Sara gewohnt ist und manch einer könnte sogar behaupten, dass es der Lyrik an Tiefe fehlt. Drauf geschissen! Denn das stimmt nur teilweise. Die Sache ist die, dass dieses Album so einfach wie nur möglich Teenagerthemen zu verarbeiten versucht. Dass das eben vorwiegend die erste richtige Liebe (Love They Say), die darauf folgende Trennung (I Was A Fool) und der ganze unendlich fiese Kram davor, dazwischen und danach ist (I Couldn’t Be Your Friend), liegt einerseits auf der Hand, ist aber andererseits überhaupt nicht schlimm.

Denn: Wenn man es schafft, sich einmal auf dieses (Ja, ich schreibe das jetzt wirklich!) Feuerwerk an phrasen- und flashbackhaften Eindrücken einzulassen, wird man sich schnell beim Dauergrinsen ertappen.

image

Plötzlich wähnt man sich in der Nacht, in der man zum ersten Mal nach Hause rennt und glaubt, die Welt drehe sich nur für einen selbst, weil man gerade den ersten Kuss erlebt hat. Oder in diesem ganz besonders grausamen Moment, wenn man gerade zum ersten Mal „Lass uns doch Freunde bleiben“ ins Gesicht gesprochen bekam, als wäre es das Normalste der Welt. Oder in jener Zeit seines Lebens, in der man der Liebe noch ohne Erwartungen begegnet ist und sie vielleicht gerade deshalb und leider erst rückblickend als besonders leicht empfunden hat.

Dieses Album verdient jede Chance, die man bereit ist zu geben, wenn man daran glaubt, dass Musik einen glücklich machen kann. Denn Heartthrob ist wie die erste echte Liebe: direkt, unverfälscht und (wenn es erstmal funktioniert) einfach, wie nie wieder etwas sein kann, weil irgendwann das Denken und danach das Kaputtdenken einsetzt.

Heartthrob ist einfach sagenhaft schön.

Tegan and Sara
Heartthrob
VÖ: 08. Februar 2013

    • #Tegan and Sara
    • #Tegan & Sara
    • #Closer
    • #Single
    • #Album
    • #Heartthrob
    • #Pop
    • #Indie
  • Vor 4 Monaten
  • 7
  • Comments
  • Permalink
Share

Kurze URL

TwitterFacebookPinterestGoogle+
'\x3cspan id=\x22audio_player_33594491600\x22\x3e\x3cdiv class=\x22audio_player\x22\x3e\x3ciframe class=\x22tumblr_audio_player tumblr_audio_player_33594491600\x22 src=\x22http://agentdexter.tumblr.com/post/33594491600/audio_player_iframe/agentdexter/tumblr_mbwjh0Cqsi1qkrfp9?audio_file=http%3A%2F%2Fwww.tumblr.com%2Faudio_file%2Fagentdexter%2F33594491600%2Ftumblr_mbwjh0Cqsi1qkrfp9\x26color=white\x26simple=1\x22 frameborder=\x220\x22 allowtransparency=\x22true\x22 scrolling=\x22no\x22 width=\x22207\x22 height=\x2227\x22\x3e\x3c/iframe\x3e\x3c/div\x3e\x3c/span\x3e'
  • 229 Aufrufe
  • Figure 8Ellie Goulding

Halcyon, die:

  1. Bezeichnung für eine Vogelgattung der Eisvögel
  2. seit 5. Oktober auch Titel des zweiten Albums von Ellie Goulding

Was mir sofort auffällt: Wirkte Ellie Goulding auf ihrem Debütalbum Lights noch wie das nette Mädchen von nebenan, das man sich gut mit einer Tasse heißem Tee auf der Fensterbank sitzend vorstellen konnte, während es der Welt dort draußen beim Passieren zusieht, klingt die Musik auf Halcyon, als hätte die dunkle Seite der Macht Besitz von Goulding ergriffen.

Es gibt deutlich mehr Klanggeflitter, Hall über Hall sowie elektronische Indiesounds und lautes Rumgetöse aus der Kiste im Keller, die man vielleicht besser nicht geöffnet hätte. Aber eben auch nur vielleicht.

Denn Goulding schlägt sich wacker in ihrer sich selbst auferlegten Weiterentwicklung, der man – wenn man das denn wollen würde – den Stempel des Indie-Darkpop aufdrücken kann. Eins wird jedenfalls schnell klar: Brav war gestern. Goulding tobt sich so sehr aus (Anything Could Happen, Only You, Figure 8, I Need Your Love (feat. Calvin Harris)), dass man zeitweise glaubt, sie hätte Nachhilfe bei Robyn bekommen.

Obwohl man es anders erwarten würde, steht Gouldings Zuckerwatte-Stimme in perfektem Kontrast zum klanglichen Drumherum, das wohl vor allem neue Maßstäbe im Bereich des düsteren Indie-Pop setzen soll. Da macht nicht jeder Sound Sinn, vieles ist gar zu laut abgemischt oder geht mir zu sehr auf die 12. Fast als ginge es darum, zu sagen: Hört her und schaut mal, was wir alles hinbekommen haben, weil wir noch an diesem oder jenem Regler gezogen haben!

Wäre da nicht Gouldings Säuselstimme, die manchmal in den höheren Lagen klingt, als würde man (wie man das vielleicht als Dorfkind häufig gemacht hat) in zwischen die beiden aneinandergedrückten Daumen gelegte Gräser pusten, um seltsame Quäklaute zu erzeugen. Weil sich das liest, als würde ich Gouldings Gesang schrecklich finden, muss ich sofort ergänzen: Ihr Gesang ist eben speziell und klingt wie es ist, ein Gesicht hinter Milchglas zu sehen. Er ist eigen und macht Gouldings Musik unverwechselbar.

Eines ist jedenfalls klar: Ellie Goulding hat mit Halcyon Mut bewiesen und sich vom Debütalbum wegentwickelt. Die Musik strotzt vor Selbstbewusstsein, Bumms und Hitpotential, ohne sich am üblichen Mainstream-Einheitsbrei zu orientieren.

Dass Goulding seit einiger Zeit mit Skrillex liiert ist, erwähne ich an dieser Stelle nur der Vollständigkeit halber, weil in sämtlichen Kritiken davon die Rede ist und er als Grund für ihren musikalischen Wandel gemutmaßt wird. Ich halte das für großen Bullshit, aber mich fragt ja niemand.

Ellie Goulding
Halcyon
VÖ: 05. Oktober 2012

    • #Ellie Goulding
    • #Halcyon
    • #Pop
    • #Indie
    • #Album
  • Vor 8 Monaten
  • 10
  • Comments
  • Permalink
Share

Kurze URL

TwitterFacebookPinterestGoogle+

Dies ist die Geschichte eines Stuttgarter Ehepaars (und darüber hinaus ein catchy Einsteiger): Sie ist griechische Folkloretänzerin, spielt Cembalo und Bass (letzteres sogar mit ihren Füßen) und hat Flugangst. Er ist Komponist, der keine Noten lesen kann, aber Gitarre und Schlagzeug spielen kann, am liebsten bei seiner Punkbank geblieben wäre und mächtig Schiss vor der Wildheit des Meeres hat.

Soviel zum üblichen Promozeug (bei dem man sich diesmal aber wirklich Mühe gegeben hat).

Die Band, um die es geht, heißt SEA + AIR (Warum, dürfte nach der obigen Beschreibung klar sein.). Und deren Debütalbum My Heart’s Sick Chord dürfte all jenen gefallen, die Musik von Get Well Soon mögen. Schon der Opener Take Me For A Ride klingt, als hätten SEA + AIR Ideen aus Bachs Barock-Box geklaut und diese um Sound-Elemente aus Folk und Pop ergänzt. Dass wichtigstes Instrument hierbei ein Cembalo ist, macht vielleicht erstmal Ohrenbluten, aber dann ganz schnell echten Spaß.

Überhaupt klingt dieses Debütalbum derart experimentell, dass man schon ahnt, dass mit dem Erfolg auch der Wunsch nach mehr Erfolg und so die damit oft einhergehende Hinwendung zum Mainstream nicht ausbleibt. Aber egal: SEA + AIR stehen noch am Anfang und bieten mehr als 50 Minuten spannenden Indie-Folk-Pop, der sich ausprobiert. 

Dirty Love etwa klingt nach einem unfertig polierten und kantigen Bond-Song, mit You Don’t Care About Me geht’s gedanklich noch mal zurück „zu Hofe“ (Ich schwöre es!) und wenn man die Augen schließt, kann man in filmischer Draufsicht und wüsten Kamerafahrten nett zurechtgemachte Paare in Barockscher Manier das Tanzbein schwingen sehen. Und irgendwie mag ich es, wenn Musik es tatsächlich schafft, mich aus dem Hier und Jetzt rauszuholen.

The Heart Of The Rainbow hört sich nach dem End-Theme eines perfekten Disney-Films an, den es nur leider noch nicht gibt. Do Animals Cry hat es (Wie könnte es auch anders sein?) zum Kooperationssong einer Peta-Kampagne geschafft. Leider hat es das Promoblatt, welches mir vorliegt und voll ist mit unnötigem Geschwurbel über die derzeit gemütlichsten aller Sonntagnachmittagslieder einer neuen Band, geschafft, mir manchen Knoten in die Gehirnwinden zu verfrachte.

Vielleicht noch das: SEA + AIR waren bereits Support von Sufjan Stevens, den Flaming Lips, José Gonzalez und The Divine Comedy. Geht man davon aus, dass Bookings dieser Art nicht grundlos vorgenommen werden, darf hier auch zu Recht eine gewisse musikalische und qualitative Nähe erwartet werden.

SEA + AIR
My Heart’s Sick Chord
VÖ: 12. Oktober 2012

Das noch: Am 25.10. gibt das Paar aus Stuttgart einen Gig im Kölner Blue Shell. Ich kann nur vermuten (bin mir dabei aber ziemlich sicher), dass einem dieser Abend mehr als gut in Erinnerung bleiben wird.  

    • #Sea + Air
    • #Folk
    • #Indie
    • #Pop
    • #Cembalo
    • #Album
  • Vor 8 Monaten
  • 3
  • Comments
  • Permalink
Share

Kurze URL

TwitterFacebookPinterestGoogle+
Seite 1 von 3
← Neuer • Älter →

Portrait/Logo

Über

Gib jemandem die Unsterblichkeit und er redet dir ein Loch in den Bauch.

Seiten

  • ⎜Albenrezensionen
  • ⎜BACKDOORfm
  • ⎜Dexter

andere Spielplätze

  • Facebook Profile
  • Agent_Dexter on Last.fm
  • My Skype Info


Tweets by @Agent_Dexter
  • RSS
  • Beliebig
  • Archiv
  • so genannte Fanpost
  • Mobil
Effector Theme by Pixel Union