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Wirklich nur ein paar Worte zu The Amazing Spider-Man

So sieht’s aus: Spider-Man wurde schon einige Male verfilmt. Grottenschlecht (nach heutigem Maßstab) in Form einer TV-Serie Ende der 70er Jahre, die später so zurecht geschnitten wurde, dass drei Filmen entstanden sind. 2002 dann nahm sich Regisseur Sam Raimi einer erneuten Interpretation und Umsetzung des Spinnenmannes an und schuf gemeinsam mit Tobey Maguire einen Helden, der vermutlich als Ausgangspunkt für all die Comicverfilmungen gesehen werden kann, von denen wir in den zurückliegenden Jahren regelrecht überschwemmt wurden.

Während ich Raimis ersten Spider-Man noch gut fand, war ich von den Teilen 2 und 3 eher nicht so begeistert. Das hat verschiedene Gründe, auf die ich jetzt jedoch nicht näher eingehen will. Eines ist jedoch noch wichtig zu wissen: Der 2002er Spider-Man erfuhr im Vergleich zu den Comics eine wichtiger Veränderung. Während Peter Parker aka Spider-Man sich in den bunten Heftchen seine Spinnenflüssigkeit im Labor regelmäßig zusammenmischt, die er dann in Form von Netzen und Fäden dank einer Vorrichtung am Handgelenk durch die Gegend schießen kann, traute man im Film dem Spinnenbiss – der ja ohnehin Auslöser für die körperlichen Veränderungen ist – auch zu, Parkers Körper das Spinnennetz selbst produzieren zu lassen und ganz „normal“ aus dem Handgelenk zu verschießen – ohne technische Hilfsmittel eben. Oh, und die wundervolle Gwen Stacy, die in den Comics Peters erste große Liebe ist, spielte in Raimis Filmen (soweit ich mich erinnere) keine Rolle. Man hat gleich mit der Liebe seines Lebens – Mary Jane – begonnen, den romantischen Aspekt der Heldengeschichte auszuschmücken.

Jetzt hat es sich ausgerechnet ein Regisseur mit dem Nachnamen Webb (Den Gag gab es sicher schon einige Male, verkneifen konnte ich ihn mir dennoch nicht.) zugetraut, Spider-Man für ein neues an guten Geschichten interessiertes Kinopublikum aufzufrischen. Also ja, die Geschichte wird, zumindest was die Entstehung und den Spruch „Aus großer Macht folgt große Verantwortung“ betrifft, noch einmal erzählt. Das alles kennt man, wenn man Tobey in der Rolle hat wachsen sehen. Wer das doof findet, für den wird das wohl auch ein Minuspunkt darstellen. Viel schwerer wiegt für mich jedoch (das ist auch der einzige Minuspunkt, den ich anführen kann, sonst bin ich sehr zufrieden, wie ich weiter unten noch ausführen werde), dass Webb im ersten Teil gleich so dermaßen auf den Putz haut, dass man sich fragt, was da in den vermutlich zwei Fortsetzungsfilmen von ihm noch kommen soll.

Hier die Pluspunkte:

+ Endlich lässt man Peter Parker 17 sein. Er sieht aus wie ein Highschool-Schüler und nicht wie ein Bank-TobeyMaguire-Bankberater mit bravem Seitenscheitel. Der Typ hat ein Skateboard, ist schüchtern, aber kein Trottel und ist in Gwen verknallt.

+ Ja genau, das ist enorm wichtig: Gwen Stacy ist endlich dabei und die Liebesgeschichte zwischen ihr und Peter wird endlich gezeigt. Dass das alles Highschool-Kram ist, stört mich nicht. Ich kenne es aus den Comics, finde es niedlich und wollte das einfach auf der großen Leinwand sehen.

+ Man berücksichtigt auch die aktuellen Comicgeschehnisse. Im Grunde tut man sogar gut daran, diese vernünftig aufzugreifen, denn: Sie haben Potential. Würde man Spider-Man jetzt einfach weiter erzählen, ein paar bekannte Grundzutaten nehmen und lediglich die Schurken austauschen, wäre das Ergebnis vermutlich ziemlich Banane. Jetzt können wir Peter beim Erwachsenwerden zusehen – endlich! In dem Kostüm jemanden zu sehen, der tatsächlich ein „Jugendlicher“ sein könnte (Keine Ahnung, wie alt der aktuelle Hauptdarsteller Andrew Garfield tatsächlich ist.), wirkt gleich mal ganz anders. Er hat eine schmale Statur, da sind keine Muskeln und das ist verdammt gut so. Spider-Man fällt in den Comics auch eher durch seine Agilität auf - was er sein kann, weil er eher schmächtig und dünn ist.

+ Womit wir schon beim nächsten Pluspunkt sind: Spider-Man macht endlich Dinge, die er im Comic auch tut. Es geht ZACK, ZACK, ZACK und er hat 17 Angreifer ausgeschaltet. Er ist schnell und wendig und dieses Körpergefühl, das man haben muss, wäre das doch alles nur wahr, wird hervorragend gezeigt! Dieser Jugendliche gegen das Monstrum Stadt. Es ist ein Augenschmaus. 

+ Das Wichtigste jedoch ist, dass sich in den Comics mittlerweile einiges verändert hat, was man nun nutzen kann, um wirklich zwei hoffentlich gute Fortsetzungen dieses Reboots drehen zu können. Irgendwann, auf der Suche nach neuen Geschichten, wurden die Comicautoren nämlich bei einer Sache fündig, die bis dahin in den Heften vollkommen unterschlagen wurde. Peters Eltern, die man einfach so ums Leben kommen ließ, damit Peter eben bei Tante und Onkel aufwuchs, weil das irgendwie der dramaturgischen Komponente dienlich sein sollte – diese Eltern, oder vielmehr deren mysteriöses Verschwinden und spielte in den vergangenen Jahren in den Comics eine enorme Rolle. Diese Bedeutung wird ihnen nun auch in den Filmen zuteil. Und, wie das Ende des Films (Es lohnt sich sitzen zu bleiben, auch wenn der Abspann schon gestartet ist!) noch verrät, auch ein weiterer Aspekt aus den Comics, der mit Peters Schicksal, seiner Vorbestimmung und einem, großen und wirklich üblen Ka-Boom in seinem Leben endet. Man darf also gespannt sein, was da noch so auf uns zukommt.

Musik, Dialoge, Besetzung, Handlung – finde ich alles top. Bis auf das „zu viel“ für einen im Grunde neuen ersten Teil einer Filmreihe des neuen Spider-Man.

    • #the amazing spiderman
    • #marc webb
    • #andrew garfield
    • #emma stone
  • Vor 10 Monaten
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